Wasser in der Landschaft speichern, Starkregenfolgen mindern und die Region widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels machen: Mit diesen Zielen ist die Schwammregion Streu-Saale offiziell gestartet. Rund 150 Bürgerinnen und Bürger informierten sich bei der öffentlichen Auftaktveranstaltung im Haus des Gastes in Wargolshausen über Inhalte und Ziele des Projekts und wurden eingeladen, sich aktiv an der Gestaltung zu beteiligen.
Die Schwammregion Streu-Saale ist eine von zehn Modellregionen in Bayern. Sie umfasst rund 950 Quadratkilometer und damit große Teile des Landkreises Rhön-Grabfeld einschließlich der Stadt Münnerstadt. Träger sind die drei Integrierten Ländlichen Entwicklungen Streutalallianz, NES-Allianz und Allianz Fränkischer Grabfeldgau mit insgesamt 33 Kommunen. Ziel ist es, Wasser dort zurückzuhalten, wo es zu Boden fällt – auf Feldern und Wiesen, in Wäldern und in Siedlungsbereichen –, um Hochwasserrisiken zu senken, die Grundwasserneubildung zu stärken und Böden sowie Erträge zu sichern.
Moderator Fredi Breunig führte durch den Abend. In einer Videobotschaft betonte Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber die Bedeutung der Schwammregionen und würdigte die Region als Vorreiter. Jürgen Eisentraut, Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Unterfranken, unterstrich den Auftrag der Staatsregierung: „Die Schwammregion soll Netzwerke aufbauen, praxisnahe Maßnahmen umsetzen und Erfahrungswerte mit anderen Regionen teilen.“ Landrat Thomas Habermann sicherte die volle Unterstützung des Landratsamtes zu und betonte, dass der Schutz der Ressource Wasser nur gemeinsam gelingen könne. Auch Sprecher Jürgen Heusinger und Umsetzungsbegleiterin Katharina Bach machten deutlich: „Die Schwammregion lebt vom Mitmachen.“ – gefragt seien Ideen, Flächen und engagierte Menschen, die bereit sind, konkrete Maßnahmen für mehr Wasserrückhalt in der Region auf den Weg zu bringen.
Es folgten vier Impulsvorträge zu den Handlungsbereichen Landwirtschaft (Erik Seifert, Agrokraft GmbH), Forst (Hubert Türich, AELF Bad Neustadt), Flur und Natur (Svea Jahnk, LPV Thüringer Rhön) sowie Siedlungsraum (Ralph Schäffner, Planungsbüro ArcGrün). In der anschließenden Podiumsdiskussion teilte Landwirt Eberhard Räder seine Erfahrungen zum Thema Agroforst.
In der Diskussion wurde deutlich: Dieses Thema betrifft uns alle. Zahlreiche Wortmeldungen aus dem Publikum zeigten das große Interesse und die Bereitschaft zur Mitwirkung. Mit dieser Dynamik und einem starken Auftakt nimmt die Schwammregion Streu-Saale nun ihre Arbeit auf.
Informationsreihe „Wasserspeichern in Haus, Hof und Garten“
Um das Thema weiter in die Breite zu tragen, lädt die Schwammregion zu drei öffentlichen Informationsveranstaltungen ein. Verschiedene Fachvorträge zeigen praxisnah, wie Regenwasser auf dem eigenen Grundstück gespeichert und sinnvoll genutzt werden kann. Im Anschluss besteht Gelegenheit zum Austausch.
Termine:
10. März 2026 – Schützenhaus Rödelmaier
18. März 2026 – Rathaus Oberstreu, Bogenstr. 11
24. März 2026 – Kleiner Kursaal der FrankenTherme Bad Königshofen
Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung per E-Mail an Katharina.Bach(at)lpv-rhoen-grabfeld.de ist erwünscht.
Weitere Informationen unter: www.lpv-rhoen-grabfeld.de/schwammregion-streu-saale



